Veröffentlicht am 26.03.2024 23:00

Planung und Finanzierung der Perlach-Sanierung schreiten voran

Von links: Monika Nussbaumer und Andreas Jäckel, beide im Vorstand der Langner'schen Stiftung, Anton Schier Mitglied des Stiftungsrates und Oberbürgermeisterin Eva Weber freuen sich über die Spendenbereitschaft der engagierten Bürger.  (Foto: Michael Hochgemuth)
Von links: Monika Nussbaumer und Andreas Jäckel, beide im Vorstand der Langner'schen Stiftung, Anton Schier Mitglied des Stiftungsrates und Oberbürgermeisterin Eva Weber freuen sich über die Spendenbereitschaft der engagierten Bürger. (Foto: Michael Hochgemuth)
Von links: Monika Nussbaumer und Andreas Jäckel, beide im Vorstand der Langner'schen Stiftung, Anton Schier Mitglied des Stiftungsrates und Oberbürgermeisterin Eva Weber freuen sich über die Spendenbereitschaft der engagierten Bürger. (Foto: Michael Hochgemuth)
Von links: Monika Nussbaumer und Andreas Jäckel, beide im Vorstand der Langner'schen Stiftung, Anton Schier Mitglied des Stiftungsrates und Oberbürgermeisterin Eva Weber freuen sich über die Spendenbereitschaft der engagierten Bürger. (Foto: Michael Hochgemuth)
Von links: Monika Nussbaumer und Andreas Jäckel, beide im Vorstand der Langner'schen Stiftung, Anton Schier Mitglied des Stiftungsrates und Oberbürgermeisterin Eva Weber freuen sich über die Spendenbereitschaft der engagierten Bürger. (Foto: Michael Hochgemuth)

Woher er seinen Namen hat, darüber sind sich die Gelehrten nicht einig. Gesichert ist dagegen, dass der 70 Meter hohe Perlachturm ursprünglich aus dem zehnten Jahrhundert stammt, als Wachturm fungierte und in den Jahren 1612 bis 1618 vom damaligen Stadtbaumeister Elias Holl sein heutiges Aussehen erhielt. Er war es, der dem heutigen Wahrzeichen der Fuggerstadt ein Oktogon mit dorischen Säulen und eine Kuppel mit Zwiebelhaube gab. Zum 450-jährigen Jubiläum Holls im vergangenen Jahr machte der Turm jedoch keine gute Figur. Seit Jahren ist er bereits für Besucher gesperrt und mit Netzen umwickelt, weil befürchtet wird, dass sich Teile der Fassade lösen und auf Passanten stürzen könnten. Die Stadt arbeitet mit Nachdruck einerseits an den aufwendigen Planungen der Turmsanierung, andererseits an der Finanzierung des Vorhabens und konnte im letzteren Punkt nun einen Erfolg vermelden.

Durch eine achtwöchige Spendenaktion der Stadt im vergangenen Jahr sind etwas über 30.000 Euro zusammengekommen, die nun von der Langner'schen Stiftung auf einen Betrag von 61.538 Euro verdoppelt werden. Insgesamt sind damit bisher etwas mehr als 140.000 Euro für das Projekt eingegangen. Zusätzlich kann die Stadt auch auf einen Betrag von 278.000 Euro zählen, der von der Bayerischen Landesstiftung bewilligt wurde. Laut Mitteilung der Stadt ist die Sanierung des Wahrzeichens am Rathausplatz, deren Kosten derzeit auf rund neun Millionen Euro geschätzt werden, zwar durch Mittel von Stadt, Freistaat und Bund gesichert, mit einer Spende könnten Unterstützer jedoch dazu beitragen, dass beispielsweise auch die Figur des Turamichele sowie die Mechanik restauriert und von innen sichtbar gemacht werden können. Darüber hinaus soll im Inneren des Turms eine Ausstellungsfläche eingerichtet und der Zugang durch mediale Informationen verbessert werden. Auch einen Shop soll der Perlachturm mit der Sanierung erhalten.

Andreas Jäckel, Stiftungsvorstand der Langner'schen Stiftung, zeigte sich überzeugt von der Aktion. Für die Stiftung spiegle der Erhalt eines der wichtigsten Augsburger Baudenkmäler das Selbstverständnis Augsburgs wider, in der sich die engagierte Bürgerschaft um das Gemeinwesen kümmert, sagte Jäckel. „Die ungeheure Fülle an Einzelspenden vom zweistelligen bis zum vierstelligen Betrag hat uns gezeigt, dass unsere Initiative genau der richtige Impuls für die Spenderinnen und Spender war“, so Jäckel weiter. Oberbürgermeisterin Eva Weber bedankte sich im Namen der Stadt für die großzügigen Spenden und Fördermittel und betonte, dass bereits weitere bedeutende Förderungen in Aussicht gestellt wurden. So beteiligt sich der Bezirk Schwaben bereits im Rahmen der Denkmalpflege mit rund 93.000 Euro an der Sanierung und Neukonzeption.

Derweil laufen die Detailplanungen für die Sanierung, mit der noch in diesem Jahr begonnen werden soll, seitens der Stadt auf Hochtouren. Dazu müssen unter anderem auch zahlreiche teils europaweite Ausschreibungen vorbereitet werden. Eine genaue und umsichtige Planung sei hier entscheidend, weil es sich bei dem Projekt um ein komplexes Bauvorhaben inmitten der Stadt an einem der belebtesten Plätze handelt. Wie die Stadt mitteilt, soll hier vor allem auf ein möglichst störungsfreies Zusammenspiel von Baustellenanlieferung und öffentlichem Nah- und Personenverkehr geachtet werden. Noch bevor mit den Hauptmaßnahmen Anfang 2025 begonnen werden kann, müssen vorab Maßnahmen wie das Umlegen von Rohrleitungen und die Erstellung eines Kranfundaments erledigt werden. Der Kran soll die Turmzwiebel in einem Stück anheben, dann sollen die obersten schadhaften Stahlbetondecken entfernt werden. Erst danach ist geplant, die sanierungsbedürftige Stahlbetontreppe im Inneren herauszusägen und durch den dann oben offenen Turm abzutransportieren. Aufgrund der Ausmaße des Krans muss dessen Fundament mit Bohrpfählen im Untergrund befestigt werden, was laut Stadt noch vor der Eröffnung des Christkindlesmarktes auf dem Fischmarkt stattfinden soll.

Spendenbereite Bürger können ihren Beitrag indes auch direkt an ein dafür eingerichtetes Konto der Stadt Augsburg unter IBAN DE33 7205 0000 0001 060482 Verwendungszweck: „Perlachturm Spende Unternehmen“ oder „Perlachturm Spende privat“ richten.

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