Veröffentlicht am 20.03.2024 10:49

Klimaoasen und Schwammstadt: Augsburg erhält Millionenförderung vom Bund

Bundesbauministerin Klara Geywitz (Zweite von rechts) hat nun den Förderbescheid des BMWSB-Förderprogramms „Anpassung Urbaner Räume an den Klimawandel” an Augsburgs Umweltreferent Reiner Erben (Zweiter von links) übergeben. Beim Termin dabei waren der Parlamentarische Staatssekretär Sören Bartol sowie die Augsburger Bundestagsabgeordnete Ulrike Bahr.  (Foto: Henning Schacht)
Bundesbauministerin Klara Geywitz (Zweite von rechts) hat nun den Förderbescheid des BMWSB-Förderprogramms „Anpassung Urbaner Räume an den Klimawandel” an Augsburgs Umweltreferent Reiner Erben (Zweiter von links) übergeben. Beim Termin dabei waren der Parlamentarische Staatssekretär Sören Bartol sowie die Augsburger Bundestagsabgeordnete Ulrike Bahr. (Foto: Henning Schacht)
Bundesbauministerin Klara Geywitz (Zweite von rechts) hat nun den Förderbescheid des BMWSB-Förderprogramms „Anpassung Urbaner Räume an den Klimawandel” an Augsburgs Umweltreferent Reiner Erben (Zweiter von links) übergeben. Beim Termin dabei waren der Parlamentarische Staatssekretär Sören Bartol sowie die Augsburger Bundestagsabgeordnete Ulrike Bahr. (Foto: Henning Schacht)
Bundesbauministerin Klara Geywitz (Zweite von rechts) hat nun den Förderbescheid des BMWSB-Förderprogramms „Anpassung Urbaner Räume an den Klimawandel” an Augsburgs Umweltreferent Reiner Erben (Zweiter von links) übergeben. Beim Termin dabei waren der Parlamentarische Staatssekretär Sören Bartol sowie die Augsburger Bundestagsabgeordnete Ulrike Bahr. (Foto: Henning Schacht)
Bundesbauministerin Klara Geywitz (Zweite von rechts) hat nun den Förderbescheid des BMWSB-Förderprogramms „Anpassung Urbaner Räume an den Klimawandel” an Augsburgs Umweltreferent Reiner Erben (Zweiter von links) übergeben. Beim Termin dabei waren der Parlamentarische Staatssekretär Sören Bartol sowie die Augsburger Bundestagsabgeordnete Ulrike Bahr. (Foto: Henning Schacht)

Heftige Regenfälle, lange und heiße Trockenphasen – Wetterextreme sind mittlerweile neue Normalität in Deutschland. Das sich durch den Treibhauseffekt verändernde Klima stellt Kommunen vor zwei wesentliche Aufgaben: den Ausstoß von Treibhausgasen reduzieren und sich gleichzeitig an das veränderte Klima anpassen, also die eigene Widerstandsfähigkeit erhöhen. In Augsburg gehört dazu die Idee eines smarten Gießmanagements, die nun mit einem Millionenbetrag durch das Bundesbauministerium gefördert wird.

Gießmanagement klingt im ersten Moment banal, doch geht es vielmehr um die Gegossenen: Bäume. Diese werden in absehbarer Zeit eine immer größere Rolle für das Stadtklima spielen, kühlen sie doch ihre Umgebung ab, filtern Schadstoffe aus der Luft, geben Sauerstoff ab, speichern den Kohlenstoff aus dem Treibhausgas CO2 und bereichern zugleich das Stadtbild. Im Klimawandel-Anpassungskonzept, kurz Kasa, für die Stadt Augsburg werden genau diese Argumente angeführt, warum sich die Stadt um mehr Bäume bemühen sollte. Auch Fassadenbegrünung bringe dies Vorteile. Doch gleichzeitig haben es Pflanzen im städtischen Umfeld nicht gerade einfach und bedürfen einer erhöhten Pflege – hier kommt das smarte Gießmanagement ins Spiel.

„Die zurückliegenden Jahre haben mit trockenen Rekordsommern, Starkregen und Hagelunwettern deutlich gemacht, was auf uns als Stadtgesellschaft zukommt. Mit dem smarten Gießmanagement soll einerseits die bedarfsorientierte Versorgung der Stadtbäume in Trockenphasen, aber auch die Entlastung der Entwässerung bei Starkregenereignissen durch eine Zisterne an der Messe gelingen”, erklärt Umweltreferent Reiner Erben die Hintergründe. Außerdem würden Fahrtrouten der Gießfahrzeuge aus dem Amt für Grünordnung optimiert, durch neue Wasserzapfstellen verkürzt und somit eine CO2-Einsparung erreicht, so Erben weiter.

Bereits im Oktober 2022 hatte sich die Stadt Augsburg mit einer Projektskizze um Fördermittel aus dem Bundesprojekt „Anpassung urbaner und ländlicher Räume an den Klimawandel” beworben und wurde nach dem Beschluss des Haushaltsausschusses des Deutschen Bundestages im März 2023 – zusammen mit 63 weiteren Kommunen – aufgefordert, einen Antrag einzureichen. Aufgrund der Haushaltssperre des Bundes konnten vorübergehend keine Zuwendungsbescheide erstellt werden. Trotzdem hat die Stadt Augsburg das Projekt weiterbearbeitet und wurde nun belohnt.

Bundesbauministerin Klara Geywitz übergab Erben am Montag eine Förderurkunde für das smarte Gießmanagement in Augsburg. Das Projekt umfasst ein Finanzvolumen von rund 9,5 Millionen Euro. 85 Prozent davon, also rund acht Millionen Euro, trägt der Bund. Mit dieser Fördersumme liege Augsburg an der Spitze der insgesamt 64 geförderten Kommunen, so die Stadt in einer Mitteilung.

„Ich freue mich, dass wir mit der Bundesförderung für dieses innovative Projekt nicht nur die für unsere Innenstadt dringend erforderlichen Baumpflanzungen, sondern auch zwei Klimaoasen mit Trinkbrunnen realisieren können”, kommentiert Oberbürgermeisterin Eva Weber die Förderzusage. Mit solchen Maßnahmen könne Augsburg im Zuge des Klimawandels Anpassungen schaffen, „um letztlich auch die Wohn- und Aufenthaltsqualität für die Augsburger Bürgerinnen und Bürger nachhaltig zu verbessern”, sagt Weber. Durch die Fördermittel sei es nun möglich, die Planung mit lokalen Akteuren sowie den Bau der Grünanlage „Zentrale Mitte” nach Gesichtspunkten einer sogenannten „Schwammstadt” zu realisieren. „Wir machen damit einen weiteren Schritt zu einer smarten und zukunftsfähigen Blue City Augsburg”, ist OB Weber überzeugt.


Markus Höck
Markus Höck

Redakteur Augsburg-Redaktion

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