49-Euro-Ticket im AVV nur noch per Handy?

Der Augsburger Verkehrs- und Tarifverbund bietet das Deutschlandticket nur noch als App fürs Smartphone an. Die Einführung einer Chipkarte sei in der kurzen Zeit der Papierkarten-Übergangslösung nicht möglich gewesen, heißt es vom AVV. (Foto: Halil Ölmez)
Der Augsburger Verkehrs- und Tarifverbund bietet das Deutschlandticket nur noch als App fürs Smartphone an. Die Einführung einer Chipkarte sei in der kurzen Zeit der Papierkarten-Übergangslösung nicht möglich gewesen, heißt es vom AVV. (Foto: Halil Ölmez)
Der Augsburger Verkehrs- und Tarifverbund bietet das Deutschlandticket nur noch als App fürs Smartphone an. Die Einführung einer Chipkarte sei in der kurzen Zeit der Papierkarten-Übergangslösung nicht möglich gewesen, heißt es vom AVV. (Foto: Halil Ölmez)
Der Augsburger Verkehrs- und Tarifverbund bietet das Deutschlandticket nur noch als App fürs Smartphone an. Die Einführung einer Chipkarte sei in der kurzen Zeit der Papierkarten-Übergangslösung nicht möglich gewesen, heißt es vom AVV. (Foto: Halil Ölmez)
Der Augsburger Verkehrs- und Tarifverbund bietet das Deutschlandticket nur noch als App fürs Smartphone an. Die Einführung einer Chipkarte sei in der kurzen Zeit der Papierkarten-Übergangslösung nicht möglich gewesen, heißt es vom AVV. (Foto: Halil Ölmez)

Unbedingt digital sollte es von Anfang an sein, das Deutschlandticket. Schließlich ist Bundesverkehrsminister Volker Wissing gleichzeitig auch Minister für Digitales. Weil aber nicht jeder eine App nutzen möchte und auch nicht alle potentiellen Nahverkehrskunden ein Handy besitzen, erlaubte es die Bundesregierung den Verkehrsunternehmen, das 49-Euro-Ticket bis zum 31. Dezember 2023 zudem in Papierform mit QR-Code herauszugeben; eine Übergangslösung mit dem Ziel, die gedruckten Fahrscheine von Januar an durch Chipkarten zu ersetzen. Letztere gibt es beim Augsburger Verkehrs- und Tarifverbund (AVV) nun allerdings nicht, stattdessen erhielten Kunden, die den Fahrschein bislang ausgedruckt hatten, eine Kündigung.

Wie AVV-Sprecherin Irene Goßner auf Nachfrage erklärt, habe sich die Umsetzung einer Chipkarte in der kurzen Zeit von der Einführung des Deutschlandtickets im Mai bis zum Dezember beim Vertriebsdienstleister nicht bewerkstelligen lassen. Es sei ein „Kraftakt”, Chipkarten mit all den nötigen technischen Systemen ins Leben zu rufen. Nicht umsonst spreche die Branche von realistischen Umsetzungszeiträumen von ein bis drei Jahren, sagt Goßner. „Zudem stehen auch die sehr hohen Investitionskosten für die Ausgabe von Chipkarten der Tatsache gegenüber, dass die Finanzierung des Deutschlandtickets seitens des Bundes derzeit nur bis April 2024 gesichert ist”, so die Sprecherin.

In der Tat sind sich Bund und Länder noch nicht abschließend über die weitere Finanzierung einig. Zudem wird das Deutschlandticket womöglich teurer werden. Augsburgs Oberbürgermeisterin Eva Weber prognostizierte in der Dezembersitzung im Stadtrat einen „Flickenteppich”, sollte das Ticket nicht mehr komplett von Bund und Ländern übernommen werden. Denn dann, so Weber, sei zu erwarten, dass viele Kommunen aussteigen. Im März 2023 hatte die Gesellschafterversammlung des Augsburger Verkehrs- und Tarifverbunds beschlossen, das 49-Euro-Ticket im AVV-Gebiet anzuerkennen – solange der vollständige Ausgleich der dadurch entstehenden Mindereinnahmen vom Bund oder vom Freistaat sichergestellt ist.

Chipkarten: Knapp und komplex

Für alle, die keine Handy-Fahrkarte nutzen können oder wollen, verweist Goßner auf die Stadtwerke Augsburg. Der Partner im AVV-Verbund hat die Chipkarte zum 1. Januar umgesetzt. Stadtwerke-Sprecher Jürgen Fergg hatte allerdings bereits vor einiger Zeit auf die Knappheit solcher Karten auf dem Weltmarkt hingewiesen. Hinzu komme, dass die Unternehmen nicht nur die Karten besorgen müssen, sondern auch die passende Software, um diese zu programmieren. Die Stadtwerke gaben 11.200 Deutschlandtickets bislang monatlich auf Papier heraus, welche zum Jahreswechsel nun auf Chipkarten umgestellt wurden. Insgesamt besitzen 48.000 Kunden ein 49-Euro-Abo bei den Stadtwerken.

Mit der Chipkartenvariante der Stadtwerke gebe es also auch im AVV-Verbund eine Lösung für alle, die kein Handy-Ticket nutzen können oder wollen, sagt Goßner. Da die Chipkartenlösung der Stadtwerke aber erst kurz vor Jahresende „final zugesichert werden konnte”, so die Sprecherin weiter, habe der AVV seine Kunden hierüber im Zuge des Schreibens „Das Papierticket endet” nicht entsprechend informieren können.

Darüber hinaus „arbeiten aber auch wir mit dem AVV-Vertrieb weiterhin an einer praktikablen Lösung, Menschen abseits des Smartphones ein Deutschlandticket anbieten zu können”, versichert Goßner. Bis wann dies verwirklicht werden kann, ist aber noch offen. (jaf)


Von Janina Funk

Redakteurin Augsburg-Redaktion

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